Drum bleibt er ruhig und sagt: „Nachbar, hast du mal was von Hausfriedensbruch gehört und Bedrohung mit tödlichen Waffen?“
Der Nachbar Witkuhn antwortet nicht und stellt sich so vor die Erdme, daß er sie mit dem Leibe deckt.
„Ich fordere dich also auf, meinen Grund und Boden zu verlassen — zum ersten, zum zweiten und zum dritten Male.“
Der Nachbar Witkuhn rührt sich nicht. Sein rechter Zeigefinger liegt dicht vor dem Abzug.
„Gut,“ sagt der Jons, „ich geh’ jetzt zum Rechtsanwalt, der wird die Anzeige erstatten. Aber die Peitsche nehm’ ich mit, und treff’ ich unterwegs die beiden Marjellen, dann werden sie die Prügel kriegen, die ihrer Mutter noch zustehen.“
Die Erdme schluchzt hell auf und sinkt dann völlig zu Boden. Er aber kehrt sich nicht daran und geht seiner Wege ...
Er ist bei keinem Rechtsanwalt gewesen, und die beiden Marjellen hat er auch nicht getroffen. Er hat mit der Petruschka auf einem Heuhaufen geschlafen, und wie er morgens um die Abfutterungszeit zu Hause angelangt ist, da hat er das Nest leer gefunden. — Keine Frau, keine Töchter, keine Magd.
Die sitzen alle drüben beim Nachbar. Man kann ihre Stimmen hören über den Weg hin.
Und das Sparkassenbuch ist auch weg.
Von allem, was gestern zu ihm gehörte, ist bloß der fremde Hund da, der aus traurigen Menschenaugen zu ihm aufblickt, als wolle er die Übeltat gutmachen, die man ihm angetan hat und die im Grunde genommen seine eigene Übeltat ist.