„So bleibt mir als einziges,“ sagt die Erdme, „daß ich in Ausgedinge zu der Katrike zieh’, wenn die jetzt heiratet.“

„Ist es denn schon so weit?“ fragt der Nachbar.

„Wenn ich alles hergebe,“ sagt die Erdme und drückt die Hand gegen das Sparkassenbuch, das sie auf nackigem Leibe trägt, „dann ist es so weit.“

„Er wird das Geld schon gesperrt haben,“ sagt der Nachbar.

„Vielleicht auch nicht,“ sagt die Erdme, und weil sie sowieso nach Heydekrug muß wegen des Doktorattestes, wird sie auch gleich die Fünftausend abheben, die ihr nicht weniger gehören als ihm.

Der Nachbar beschafft ein Fuhrwerk, denn er selber hat immer noch keins, und wie sie aufsteigen will, muß sie von zweien gehoben werden, so verschwollen ist alles.

Als der Doktor sie untersucht hat, macht er ein ernstes Gesicht und sagt: „Schlimm genug sieht es aus, und schlimm wird auch, was ich schreiben muß, aber ich rat’ euch trotzdem: Vertragt euch!“

Bisher ist der Erdme noch alles gewesen wie ein ängstlicher Traum, und oft hat sie gedacht: „Wenn er jetzt käme und sagte: ‚Laß gut sein‘ — weiß Gott, ich ginge zurück.“ Wie der Doktor aber sagt: „Es sieht schlimm aus,“ da wird ihr Sinn wie von Stein, und sie denkt bloß, daß sie sich Recht verschaffen muß vor Gott und den Menschen.

Der Beamte der Sparkasse kennt sie seit langem und zahlt ihr das Geld ohne Bedenken. „Ja ja,“ sagt er, „wenn man Töchter verheiraten will.“

Und da hat sie’s auch schon in den Händen.