Aber nichts regt sich fortan.

Sie muß im Bette bleiben wohl eine Woche lang, und wenn sie sich aufrichten will, kriegt sie ein Handtuch anzufassen, woran sie sich hochzieht.

Die Marjellen aber nützen die Zeit und holen herüber, was für die Aussteuer irgend von Wert ist — den großen Ecktisch und den buntblumigen Schrank und noch vieles andere.

Niemand hindert sie dran, denn morgens fährt er weg, und mit der Dunkelheit kommt er wieder, und die Petruschka läuft nebenher. Was er macht und wo er sich aufhält, weiß keiner.

Am fünften Tage von Erdmes Bettlägerigkeit tritt ein junger Mensch in die Kammer. Der hat einen deutschen Backenbart und schiefe, ängstliche Augen. Und hinterher schiebt sich mit heißem Gesicht und frisch gebranntem Strohhaar die Katrike. Sie ist fast einen Kopf größer als er und sieht aus, als möcht’ sie ihn auf den Arm nehmen.

Das ist der junge Herr Schmidt, ihrer Tochter künftiger Bräutigam.

Er spricht die Erdme in stolprigem Litauisch an, und sie richtet sich auf und sagt auf Deutsch:

„Was Sie sich wohl denken, Ponusze! Wir reden das Deutsche genau so wie Sie. Und im Bett liege ich nur, weil ich das Gliederreißen habe. Gewöhnlich arbeit’ ich wie sonst nur die Jüngste.“

Die Katrike und der junge Mensch sehen sich verstohlen an, woraus sie schließen muß, daß ihm die Tochter schon alles gesagt hat. Und noch etwas Anderes will sie daraus schließen, aber das drängt sie sofort von sich ab.

Er möchte am liebsten das Geld gleich mit sich nehmen, aber sie weiß, daß es ihr wohlgeborgen unter dem Leibe liegt, und erst müßte man sie totschlagen, ehe sie es hergäbe.