„In dem Kontrakt soll stehen,“ sagt sie, „daß ich eine Altsitzerstelle bekomme mit so und so viel Korn und Kartoffeln und dem Recht, Hühner zu halten, und noch anderen Rechten, die ich alle bezeichnen werde. Sonst wird aus dem Kaufe nichts.“
Die Katrike fängt sofort an zu weinen und klagt sie an, sie steh’ ihrem Glücke entgegen. Der junge Herr Schmidt aber sagt: „Es wird auch alles in dem Kontrakte stehen, aber das ist ein ganz anderer Kontrakt als der, den ich mit dem Besitzer abschließen werde. Denn den geht es nichts an, was wir miteinander ausmachen wollen.“
Da sieht sie ein, daß der dumme Deutsche klüger ist als sie selbst, und schickt sich in das, was verlangt wird.
Aber erst will sie gesund sein und mit aufs Gericht gehen und alles bewachen können bis in das kleinste.
Die Katrike und der junge Herr Schmidt sehen sich schon wieder an. Dann aber geben sie sich die Hand und knien am Bette nieder und bitten um ihren Segen.
Sie weint und küßt und segnet die beiden, aber in ihrem Innern denkt sie dabei: „Ich will doch erst den Rechtsanwalt fragen.“
20
Der Moorvogt sitzt über seinen Schreibereien, und wenn einer am Chausseehaus vorübergeht, sieht er zum Fenster hinaus. Das ist seine Art, über die Leute, die ihm anvertraut sind, ins klare zu kommen. Aus ihrem Aussehen, ihrem Gang und der Stunde, die sie sich aussuchen, und den Lasten, die sie tragen, kann er genau erkennen, wie er mit ihnen dran ist, ob sie vorwärts kommen oder ob sie ins Lüdern geraten sind.
Der Moorvogt ist nun auch kein Jüngling mehr, und die dreißig Jahre, die er dem Moor geopfert hat, fangen an, seine Haare zu bleichen. Aber sein Auge sieht noch so scharf wie je, und noch immer hält er zweitausend Schicksale straff an der Leine.
Eines schönen Sommerabends sieht er den Jons Baltruschat zu Fuß nach Hause gehen, und doch ist er des Morgens im Leiterwagen vorübergefahren. Der Jons Baltruschat ist ihm schon seit einiger Zeit auffällig gewesen. Morgens macht er sich auf nach der Wiese, und abends fährt er betrunken zurück. Und der fremde weiße Hund, der dem Weibsbild von Tochter gehört, läuft nebenher.