Genau so sagte sie. Ihr ist, als wäre es gestern gewesen.

„Aber was hilft das Vorwärtskommen,“ denkt sie, „wenn einem zuguterletzt alles wieder zunichte wird.“

In ihrer Unwissenheit hat sie gemeint, sie seien längst über den Berg, und Hader könnt’s gar nicht mehr geben; da ist er mit einmal da gewesen wie der Dieb in der Nacht und hat alles — aber auch alles — zunichte gemacht.

Übrigens: eine Wut hat sie auf die Katrike, die ihr das Geld aus den Händen riß! Kaum einmal warten konnte die Kröt’, bis sie die Wiste aufgehakt hatte!

„Aber morgen,“ denkt sie, „morgen wird alles festgemacht werden.“ Aus dem Hause wird sie keiner fortekeln können, dafür hat der Rechtsanwalt schon gesorgt, und das Brautpaar hat wohl oder übel seine Zustimmung geben müssen.

Bloß daß die Unterschrift fehlt. Morgen um elf werden sie sich wieder in Heydekrug treffen, und übernächsten Sonntag kann dann die Hochzeit sein.

Wie sie beim Nachbar anlangt, ist ihr zumut, als muß sie sich wieder krank hinlegen, so zerschlagen fühlt sie sich. Aber das kommt nicht vom Rücken her, das ist das Herzweh, weil sie alles hergeben muß.

Der Nachbar erkennt ihren Zustand wohl und redet ihr Trost zu. Aber was kann er viel sagen?

Zwei Stunden nach ihr kommt die Urte. Sie hat heiße Backen und sieht verjucht und verjachert aus. Sie ist dem Moorvogt begegnet, und der unverschämte Kerl hat sie angehalten und verlangt, sie soll ein Führungsattest beibringen. Was der sich wohl denkt?

Sie macht sich viel an ihrem Koffer zu schaffen, aber zu der ermatteten Mutter ist sie voll Zärtlichkeit und besteht darauf, daß der Nachbar einen Wagen besorgt und sie morgen selber nach Heydekrug fährt. Denn der weite Gang zwei Tage gleich nach einander könnte zu viel für sie sein.