„Is ja alles egal mit dem Nachbar,“ sagt er, „wenn du bloß da bist.“
Nun weiß sie, daß er ihr alles verziehen hat, wenn es auch noch so schlimm wäre. Aber sie will es nicht auf sich sitzen lassen — nicht eine Stunde mehr.
Und da kann sie mit einem Male ganz fix in die Höhe und setzt sich neben ihn und erzählt ihm von dem Gesangbuch — wie wundertätig sich das in der Jugend an ihr erwiesen hat. Nun aber sind sie längst angejahrt und drüber hinweg. Und daß der Nachbar heut für die Nacht zum Nachbar Smailus gegangen ist, erzählt sie ihm auch.
Er sagt: „Wenn du bloß da bist.“ Und sonst sagt er nichts. — — — — —
Nun wollen sie schlafen gehen. Doch es sind keine Betten da.
„Ich lieg’ sonst auf dem Stroh,“ sagt er, „und bedecken tu’ ich mich mit dem Woilach.“
Das Pferd ist weg, aber sein Woilach dient weiter.
„Wie wir anfingen,“ sagt sie und schämt sich, „da hatten wir wenigstens Bettzeug.“
„Ach Gott,“ sagt er, „das Vieh ist ja weg und viel von dem Hausrat und alles Gesparte“ — wie er sagt „alles Gesparte“, da schluckt er doch, und ihr zerreißt es das Herz —, „aber die schönen Gebäude sind da, und die Wiese haben wir auch, und die Kartoffeln gedeihen — und der Moorvogt sagt: ‚Das Pferd wird sich finden,‘ und fürs übrige leiht er. Wir fangen eben noch einmal von vorne an, das ist alles.“
Wie er das sagt, da kommt die Erdme sich wieder ganz jung vor.