„Warum hältst du dich so weit ab von mir?“ war seine Frage. „Ich beiß’ dich nicht. Ich beiß’ bloß in Rindfleisch.“
„Ich bin die Magd hier,“ gab sie zur Antwort, „und ich habe zu tun.“
„Wenn du von Magd sprichst,“ sagte er, „dann lachen die Hühner. Ich weiß am besten, wie bald du hier Herrin sein wirst.“
„Wenn du das weißt,“ entgegnete sie, „dann wart hübsch, bis ich das Recht hab’, mit dir zu reden.“
„Ich glaube nicht, daß dir Stummheit auferlegt ist,“ sagte er, „und ich habe auch eine Bestellung an dich.“
Sie erschrak, aber sie nahm sich zusammen. „Wenn es wieder von Herrn Westphal ist,“ entgegnete sie, „dann sag ihm nur, sobald die Reihe an uns ist, würde ich kommen — und früher nicht!“
Aber diesmal war es was Anderes.
„Meine Mutter leidet an der Knochenkrankheit,“ sagte er. „Sie hat gehört, daß du eine heilkräftige Hand hast, und bittet dich, sie ihr einmal aufzulegen. Bei der Gelegenheit könntest du dir gleich unsere Wirtschaft besehn.“
Ihr wurde ganz heiß von dem allen.
„Wer das gesagt hat von meiner Hand,“ entgegnete sie, „der erfindet sich Lügen, denn ich weiß nichts davon. Und was ich an eurer Wirtschaft zu sehen hätte, das weiß ich noch weniger.“