Damit bückte sie sich nach dem Gelbrübenbeet hinunter und sah ihn nicht mehr an.
Er stand noch eine kleine Weile, und ihr war, als fühle sie seine Blicke auf ihrer Haut; dann wünschte er „Guten Abend“ und ging von hinnen.
„Mein Gott, mein Gott!“ dachte sie. „Trachtet der auch nach mir?“ Aber das konnte nicht sein! Würde er sich alsdann den Jurris zum Freunde ausgesucht haben?
Nach einer Weile hörte sie dessen Schritte den Mittelsteg herabkommen, und ihr Herz flog ihm entgegen. Sie dachte: „Wie kann man einen bloß so rasch liebhaben!“ Aber sie blickte nicht auf und beklopfte die Möhren nur um so fleißiger.
Er blieb hinter ihr stehen und sagte: „Kannst du dir denn gar nicht genug tun? Es ist halbdunkel und Schlafenszeit, und du arbeitest noch immer.“
Sie stand auf und wischte das Schrapmesser an ihrer Schürze ab. „Du mußt nicht glauben,“ sagte sie, „daß ich mich zeigen will vor dir oder den Eltern. Aber wenn ich daran denke, daß es vielleicht auch bald meine Erde ist, auf der ich da kniee, dann wird mir der Abend zum Morgen und die Arbeit zum Spiel.“
Er sagte: „Wir haben uns immer noch nicht richtig miteinander versprochen.“
„Nein,“ sagte sie, „das haben wir noch nicht.“
Und sie schickte sich an, den Korb mit den Gelbrüben ins Haus zu tragen.
Aber er nahm ihn ihr aus der Hand und führte sie den Mittelsteg weiter zu dem Eschenbaum, unter dem die Bank stand für Mittagsruh’ und für Feierabend.