Aber sie holte sie nicht mehr ein, und nur von weitem konnte sie sehen, daß, als der Wagen bei den Wilkats hielt, die Alte trotz ihrer gichtbrüchigen Glieder flink auf die Achse stieg und die Marinke abbutschte, wer weiß wie sehr.

Und sie ärgerte sich noch, denn sie dachte: „Was hat die alte Wölfin ihr Maul an der Marinke abzuwischen?“

Eine Stunde später sah sie den Jurris wieder zum Vorschein kommen. Er sei auf dem Haff gewesen, nach den Aalreusen zu sehen, sagte er zu seiner Entschuldigung. Und als sie ihm Vorwürfe machte und weiter in ihn drang, erwiderte er nur noch: „Frage den Vater.“

Aber der wußte von gar nichts. Und beide Männer gingen zur Ruhe.

Sie hingegen konnte nicht schlafen, ehe die künftige Tochter wieder zu Hause war.

Darum bereitete sie das Abendbrot, setzte sich unter den Lindenbaum, ließ auch die Lampe brennen am Herd und schloß nur die Tür gegen die Mücken.

Der Mond ging auf, und der Nachtwind streichelte sie gleichwie ihr Slinka, der alte Kater. Sie wartete und wartete, aber die Marinke kam nicht.

Endlich gegen halb zwölfe hörte sie einen Wagen langsam, langsam näher knarren. Die Räder mahlten, und die Achsen schlackerten.

„Sie wird eingeschlafen sein,“ dachte sie, „und die Pferde machen es sich zunutze.“

Aber als sie sie auf dem Sitzkasten sah, mit großen Augen nach dem Mond hinstarren, und dann absteigen ohne „Wie geht’s?“ und „Guten Abend“, da wußte sie, sie hatte nicht geschlafen, sondern ihr war etwas geschehen.