Und jeder grämte sich auf seine Art.
Wenn die Marinke sich unbeobachtet glaubte, dann hing sie mit fragenden und ängstlichen Blicken an seinem Angesicht, und er wieder ging um sie ’rum wie ein Dieb und scheute sich, sie zu berühren.
Auch von der kommenden Hochzeit war nie mehr die Rede. Höchstens daß die Mutter einmal von der Aussteuer sprach und zu wissen begehrte, was das Elternhaus ihr wohl mitgab.
Der Jozup kam Tag für Tag. Wenn der Feierabend nahte, dann war er da. Und beide Freunde saßen vorm Pferdestall und rauchten oder aßen unreife Äpfel.
Einmal, als die Marinke das Rindvieh von der Weide heimtrieb, tauchte der Jozup neben ihr auf und begann ein Gespräch.
„Hast du auch schon den Schwiegereltern das Stück Brautleinwand geschenkt,“ sagte er, „und Rautenblüte hineingelegt?“
„Warum sollt’ ich das?“ fragte sie. „Ich bin die Magd hier und sonst nichts.“
„Das hast du mir schon einmal gesagt,“ erwiderte er. „Es ist Zeit, daß du freundlicher zu mir wirst, denn ich bin drauf und dran, dir die Hochzeitsgäste zusammenzubitten.“
„Ich weiß von keiner Hochzeit,“ erwiderte sie.
Er stieß ein Gelächter aus. „Aber im Leibe sitzt sie uns schon, als hätten wir Tollwasser gesoffen. Ich lieg’ bis zum Morgen und denk’ an die Braut und die Brautnacht und soll doch bloß der Brautführer sein. Vom Jurris red’ ich nicht, der schwitzt Öl vor Angst, wenn er daran denkt, die Junggesellenschaft zu verlieren, aber du, mein Tausendschönchen, du siehst mir nicht danach aus, als ob dir sehr davor graute, über ein Heunetz geworfen zu werden. Bloß er tut es nicht, der ehrbare Bräutigam. Vielleicht nimmt er sich einen Vertreter.“