Da geriet der Alte in großen Zorn und rief: „Dafür strafe dich Gott!“

Der Jurris senkte den Kopf und sagte: „Gott wird mir vielleicht vergeben, denn es war gar zu schwer.“

Der Alte aber schrie: „Nein, Gott wird dir nicht vergeben. Ebenso wenig, wie ich dir vergebe, daß du mich in so große Ungelegenheit gebracht hast.“

Und er lief auf seinen Schlorren umher wie ein Rasender.

Nach einer Weile sagte er weiter: „Natürlich muß die Hochzeit früher stattfinden. So früh als möglich muß sie stattfinden, damit nicht vielleicht hinterher ein Stein auf mich geworfen wird. Aber das sage ich dir: Kummer und Drangsal werden mit euch zu Tische sitzen, und der Tod wird hinter euch stehen, weil du den Willen Gottes so wenig geachtet hast, und den Willen deines Vaters noch weniger.“

Da ging der Jurris traurig hinaus und sprach mit keinem ein Wort, nur daß er zur Marinke, die in Ängsten stand, im Vorübergehen sagte: „Er hat es erlaubt.“

Und alsbald erhob sich im Hause ein großes Rumoren, denn die Vorbereitungen zur Hochzeit sollten sogleich beginnen.

Das Aufgebot war bestellt beim Standesamt sowohl wie beim Pfarrer, und der Jozup erschien am hellen Vormittag auf einem mit Bändern geschmückten Pferde und selber mit Bändern geschmückt an Achseln und Hutrand. Dem reichte die Mutter eine lange Liste hinauf in den Sattel von allen den Gästen, die zu der Hochzeit zu laden waren.

Und die Marinke wurde geschickt, ihm den Festtrunk zu zapfen.

Als sie das Glas zu ihm hochhob, packte er es so gierig mit seinen Händen, daß sie die ihren nicht lösen konnte. Und so hielt er sie fest und sagte: „Wenn ich nun losreite, dann mußt du mit und kommst nicht mehr frei bis ans Ende der Welt.“