Von neuem hub sie an, den Eid ins Lächerliche zu ziehen. Diesmal aber tat sie’s mit guter Berechnung. Und sie küßte ihn wieder und wieder und merkte mit Freuden, daß er schwindlig wurde und wankte.
Als sie auf den Hof gelangten, war alles schon dunkel und still.
Er konnte sich nicht von ihr trennen, und sie dachte bereits, er würde bitten, ihn mit sich zu nehmen in die verschwiegene Stube, aber da riß er sich los und floh ins Haus, als säße der Böse ihm auf den Hacken.
Sie kniete vor ihrem Bette nieder, wie sie schon manche Nacht gekniet hatte. Und betete und rang mit sich und horchte ab und zu, ob die Klinke sich nicht bewegte.
Die Taglöhnerfrau schlief fest, aber selbst wenn die sie hörte, was tat ihr das noch?
Und dann stand sie auf. Und da er noch immer nicht kam, trat sie den schweren Gang an nach seiner Kammer.
7
Das war am Sonntag. Am Sonnabend darauf kam der Jurris zu dem Alten in die Stube und sagte: „Ich möchte dich in Gehorsam bitten, Vater, daß die Hochzeit etwas frühzeitiger stattfinden kann.“
Der Alte blickte von der Bibel auf, in der er las, und sagte: „Du hast wohl deinen Eid gebrochen?“
Und der Jurris erwiderte: „Ja, ich habe meinen Eid gebrochen.“