Der Frühherbstregen setzte ein, und oft kam er naß bis auf die Knochen vom Ufer nach Hause. Aber im Käscher hatte er nichts. Nur auf das Draußensein kam es ihm an.
Die Marinke küßte ihm beide Hände und sagte: „Jurris, Jurris, es tut dir ja keiner was.“ Aber auch das half nicht viel.
Eines Morgens wehte stark der „Aulaukis“, der Südwest, den die Fischer nicht mögen, besonders wenn Regen als Zugabe kommt.
Als die Marinke hinaussah, dachte sie: „Nun, heute wird er wohl nicht gefahren sein,“ aber wen sie zum Frühstück nicht finden konnte, weder im Hof noch auf dem Felde, das war der Jurris.
Die Vormittagsstunden vergingen, und sie dachte: „Um Gottes willen, wo bleibt der Jurris?“
Und als er zum Mittagbrot noch nicht da war und auch die Mutter das Fürchten bekam, da hielt sie sich nicht länger, sondern sprang von der Mahlzeit auf und rannte hinaus und dem Strande zu.
Schon als sie quer durch die Wiesen lief, erkannte sie: das war kein Wind mehr, das war ein Sturm. Und der Regen bohrte wie Hagelschlacken.
Die Tür des Schuppens schlug auf und zu, und der Handkahn war weg.
Vom Haffwasser ließ sich nicht viel erkennen, denn die Regenwolken strichen ganz niedrig darüber hin, aber die Strandwellen gingen so hoch, als wollten sie jeden auffressen, der ihnen zu nah kam, und das Rohr schrie, als hätte es eine Menschenstimme bekommen.
Die anderen Kähne waren alle zurückgeschoben, so weit, daß die Wellen sie nicht erreichen konnten, und die Marinke dachte bei sich: „Jetzt muß ich hinausfahren — muß ihm entgegenfahren.“