Sie sucht für den Endrik eine Wachstuchschürze mit roten Rändern, damit er sich nicht schmutzig macht, wenn er im Sand spielt; für die Elske eine blaue Kappe gegen die Sonne und für den kleinen Willus — was kann es viel sein? — ein Sabberschlabbchen, unter das Kinn zu binden. „Vielleicht werden doch noch einmal Pfarrerbäffchen daraus,“ denkt sie und verbeißt ihre Tränen.
Der junge Mann, der die Sachen einwickelt, sagt zu Ansas gewandt: „Vielleicht haben Sie auch für die Frau Gemahlin einen Wunsch.“
Er steht verlegen und geschmeichelt, weil man die Indre eine „Frau Gemahlin“ nennt, was von einer litauischen Fischersfrau wohl nicht häufig gesagt wird.
Und der junge Mann fährt fort: „Vielleicht darf ich auf unsere echten Schleiertücher aufmerksam machen, denn, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf, das, welches die Frau Gemahlin augenblicklich trägt, ist etwas — durchgeschwitzt.“
Indre erschrickt und sucht einen Spiegel, denn noch hat sie nicht den Mut gehabt, sich irgendwo zu besehen. Und der junge Mann breitet eilig seine Gewebe aus. Die sind rein wie aus Spinnweben gemacht und haben Muster wie die schönsten Mullgardinen.
Ansas wählt das teuerste von allen — er getraut sich gar nicht, ihr zu sagen, wie teuer es ist —, und der junge Mann führt sie vor eine Wand, die ganz und gar ein Spiegel ist. Wie sie das Tuch am Halse geknotet hat, so daß es die Ohren bedeckt und die Augen verschattet, da weiß er sich vor Entzücken gar nicht zu lassen.
„Nein, wie schön die Frau Gemahlin ist!“ ruft er ein Mal über das andere. „Nie hat dieser Spiegel etwas Schöneres gesehen!“
Und sie bemerkt fast erschrocken, wie der Ansas sich freut.
Im Rausgehen wendet er sich noch einmal um und fragt den jungen Mann, ob er wohl weiß, wie die Züge gehen.
„Zur Ankunft oder zur Abfahrt?“ fragt der junge Mann.