Sie rang mit ihm und schrie: „Vergreife dich nicht an mir, denn ich trage ein Kind von ihm.“
Aber er lachte sie aus: „Du willst ein Kind von ihm tragen? Hat er mir doch oft genug von dem Eid vorgeklagt, den er dem Vater hat ablegen müssen. Der Schlappschwanz kehrt sich an Eide! Ich aber kehr’ mich an nichts und will tausend Tode sterben, wenn ich dich kriegen kann.“
Und sie rang weiter mit ihm und schrie: „Ich trage ein Kind von ihm!“
Und er sagte mitten im Ringen: „Wenn es die Wahrheit wäre, daß du ein Kind trägst, dann ist es nicht von ihm. Gott wird schon wissen, von wem es ist.“
Da brachen ihr die Arme mit einmal entzwei, und sie fiel hintenüber und wußte von nichts mehr.
Als sie sich wieder aufrichtete, stand die Tür offen, und niemand war da außer ihr.
Unter ihr lag noch immer der Mantel des Jurris. Den streichelte sie von neuem und küßte den Saum, aber sie dachte dabei: „Mir ist ganz recht geschehen.“
Und sie betete nun auch nicht mehr, er möchte wiederkommen. Hätte sie ein Gebet gehabt, so würde es gelautet haben wie das von dem Jozup: „Er soll nicht wiederkommen.“
So ohne Mut und so voll Scham war ihre Seele.