Dort setzt sie sich hin, schiebt das neue Kopftuch aus den Augen, damit es nicht naß wird, und weint, und weint sich all die — ach, all die ausgestandene Angst von der Seele.

Und dann setzt sich einer neben sie und nimmt ihre Hand. Sie weiß natürlich, daß es der Ansas ist, aber sie ist vor Tränen ganz blind. Sie lehnt den Kopf an seine Schulter und sagt immer schluchzend: „Mein Ansuttis, mein Ansaschen, bitte, bitte, tu mir nichts, tu mir nichts.“

Sie weiß, daß er ihr nun nichts mehr tun wird, aber sie kann nicht anders — sie muß immerzu bitten.

Er zittert am ganzen Leibe, hält ihre Hand fest und sagt ein Mal über das andere: „Was redest du da nur? Was redest du da nur?“

Sie sagt: „Noch ist es nicht gut. Ehe du es nicht gestehst, ist es noch nicht ganz gut.“

Er sagt: „Ich habe nichts zu gestehen.“

Und sie streichelt seinen Arm und sagt: „Du wirst es schon noch gestehen. Ich weiß, daß du es gestehen wirst.“

Er bleibt immer noch dabei, daß er nichts zu gestehen hat, und sie gibt sich zufrieden. Nur wenn sie daran denkt, daß daheim im Dorf die Busze sitzt und lauert, läuft es ihr ab und zu kalt über den Rücken.

Mit ineinandergelegten Händen gehen sie zu ihrem Tische zurück und kümmern sich nicht mehr um die Leute, die nicht satt werden können, ihnen nachzusehen.

Und weil nun ringsum die Kaffeetassen verschwunden sind und statt ihrer Biergläser stehen, bestellt sich Ansas auch was bei dem feinen Herrn — aber kein Bier bestellt er, sondern eine Flasche süßen Muskatwein, wie ihn die Litauer lieben.