Das singen sie aus voller Kehle, und um hernach die Kehle anzufeuchten, wollen sie noch einen Schluck von dem Rosenlikör genehmigen, aber siehe da, — die Flasche ist leer.
Sie lachen furchtbar, und der Ansas wird immer zärtlicher.
„Ach, liebes Ansaschen,“ bittet die Indre, „gleich kommt der große Ellbogen, und dann geht es westwärts, bis dahin mußt du hübsch artig sein.“
Ansas hört noch einmal auf sie, und da ist auch schon der blanke Szieszefluß, da wo die Krümmung beginnt. Er holt die Segelleine mehr an und steuert nach links. Es geht zwar schwer, aber es geht doch noch immer.
Bis nach Windenburg hin, die anderthalb Meilen, läuft der Strom nun so schnurgerade, wie nur die Eisenbahn läuft. Kaum daß man hinter der Mündung der Mole ein wenig auszuweichen braucht.
Bei Windenburg freilich, wo die gefährliche Stelle ist, dort, wo gerade bei Südwind der Wellendrang aus dem breiten, tiefen Haff seitlich stark einsetzt, dort muß man die Sinne doppelt beisammen halten — aber bis dahin ist noch lange, lange — — ach, wie lange Zeit!
„Indre, wenn du mir meine Sünden wirklich vergeben hast, dann mußt du’s mir auch beweisen.“
„Ansaschen, du mußt aufpassen.“
„Ach was, aufpassen!“ Wenn man so lange blind und verhext neben der Besten, der Schönsten, neben einer Gottestochter dahergegangen ist und die Augen sind wieder aufgetan, was heißt da aufpassen?
„Meine Indre!“