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Es war eines Abends um die Weihnachtszeit, da wurde Miks Bumbullis auf einem seiner Wege zum Walde von einer Frauensperson angerufen, die bis zur Nase eingemummelt auf dem Grabenrande im Schnee saß.

Er schrak hoch auf. Er hatte die Stimme gleich erkannt.

„Es ist gut, daß du da bist, Alute Lampsatis,“ sagte er. „Ich habe schon immer einmal zu dir kommen wollen.“

„Du hast dir drei Monate Zeit gelassen,“ erwiderte sie, „und hätte ich dir nicht aufgelauert, so wären auch noch drei weitere verstrichen.“

„Das ist wohl möglich,“ meinte er. „Was man nicht gern tut, verschiebt man immer wieder.“

„Sagst du mir das ins Gesicht?“ knirschte sie, und ihre Augen blitzten ihn an.

„Ich sage, was wahr ist,“ erwiderte er.

„Dann will ich dir auch sagen, was wahr ist!“ schrie sie. „Daß du den Hegemeister erschossen hast — daß deine Flinte da, mit der du’s getan hast, meine Flinte ist — und daß ich meine Seele dem ewigen Verderben verkauft habe — und Madlynens Seele dazu, die meine Schwestertochter ist und die mir zuliebe schwur, was ich wollte. Das ist die Wahrheit.“

„Und dann ist die Wahrheit,“ fuhr er fort, „daß du mir die Flinte in die Hand gegeben hast und zu mir gesagt hast: ‚Mein Seliger hat es schon tun wollen, da hat ihn die Krankheit gehindert. Nun tu du es, sonst hast du keine Ehre im Leibe.‘ Das ist die Wahrheit.“