„Warum ißt du nicht?“ fragte die Madlyne, der immer die Augen voll Wasser standen.
„Ich will’s mir bis nachher verwahren,“ erwiderte er, „denn ich hab’ so was Gutes lang’ nicht gehabt.“
Auch ein Glas Alaus bat er sich aus, rührte es aber nicht an.
Nach dem Essen trug er beides in die Kammer hinüber, wo er sich still hinsetzte, bis es dunkel wurde. Dann holte er sich einen Topf von der Herdwand und eine leere Flasche, tat Essen und Trinken hinein und verbarg es unter seinem Rocke.
„Ich will nur noch einen kleinen Gang machen,“ sagte er, und die beiden Frauen fragten ihn nicht, wohin.
Das kleine Grab hatte er bald gefunden. Ein neues Holzkreuz stand zu Kopfenden mit einem Dachchen darauf, wie es die jungfräulich Entschlafenen haben sollen, und zwei Vögelchen an den schrägen Enden. Die hatte sicherlich die Madlyne angebracht als Spielzeug für die Tote in der langen Ewigkeit.
Er wühlte in dem Sande des Grabhügels eine kleine Kaule aus und stellte Topf und Flasche hinein. Dann glättete er den Sand wieder, so daß nicht das mindeste zu bemerken war.
Manche sind der Meinung, daß dies zur Nahrung für den Geist der Toten gut ist, andere aber — und die sind wohl in der Wahrheit — meinen, daß die böse Giltinne damit besänftigt wird, so daß sie der abgeschiedenen Seele die Ruhe nicht fortnimmt.
Und dann saß er noch eine Weile und dachte bei sich: „Hier ist gut sein.“ Und ihm war, als sei er erst jetzt in die Heimat gekommen.
Als er wieder im Hause war und alle sich zum Schlafengehen bereiteten, sann er darüber nach, wohin er sich wohl legen sollte. Er wußte genau, daß, wenn er sich absonderte, der Hader von neuem losgehen würde. Darum kroch er in seines Weibes Bett, und sie tat so, als sei er nie weggewesen.