In den Sommerferien werde ich erwartet – die Schule ist im Rastatter Schloß, auch die Wohnung. Und denk dir mein Wirken darf in der Heimat sein. Das ist ja noch das allerschönste. Ich finde mich so gottbegnadet; mein ganzes Leben ging dahin wie unter einem Strahl der Güte Gottes.

Die Antwort nach Rastatt liegt schon da. Ich habe mich zusammennehmen müssen, um rein sachlich zu bleiben, denn meine Feder ist jetzt von einem Hymnus der Freude und Dankbarkeit von unten bis oben angefüllt. – »Närrle« – gelt, so würde Mutter sagen. –

Die Nachricht an Therese liegt auch schon da. Sie wird still weinen vor Glück. So ist sie. Und Hermann soll's auch gleich erfahren.

Nur vor einem bangt mir, Caton – wie werden sie's hier aufnehmen? – Es wird ihnen und mir nahgehen. Das weiß ich, und davor fürchte ich mich. Wie hat sich der Baron an meinem Bild abgeplagt, bis ihm der Ausdruck gelang, und nun soll ich's ganz sein, alle sagen's, ich auch. Und er hat es mir geschenkt, wobei seine Augen ganz feucht waren. Er dachte wohl an Rudi. Die Baronin sagte, sie wolle nicht zurückstehen, und steckte mir eine wundervolle Brosche an.

Und nun gehe ich mit solchen Gedanken unter ihnen herum.


10. Mai.

Liebe Schwester, denke Dir, ich habe noch immer nichts gesagt, und es ist doch die höchste Zeit, wenn ich Anfang Juli reisen will. Ach Gott, wär's nur schon heraus!

Therese will nichts davon wissen, daß ich nach Freiburg komme und ihr beim Transport unsres Haushaltes beistehe. Das wolle sie alles allein machen, auch die Einrichtung in Rastatt sei ihre Sache. Ich müsse alles fix und fertig vorfinden, befiehlt sie.