Er heißt Zarembecki, ist Oberleutnant bei den Ulanen, hat blaue, geistvolle Augen und einen braunen Schnurrbart. Schön ist der ruhige Ernst seiner Gesichtszüge. Man hat gleich Vertrauen zu ihm.
Die Eltern, Therese und unsere jungen Leute begrüßten ihn erst beim Frühstück, welches durch die Erzählung Zarembeckis weit in den Morgen dauerte. Ganz hingerissen lauschten wir seinen ergreifenden Schilderungen, als die Türe aufflog und die Hofrätin hereindampfte, einen jungen Mann am Arm.
»Da schaut her,« rief sie, »ich hab' auch ein – Schreiber heißt er und kann Deutsch, un glei zum Kaffee hat er drei Töpfle Eingemachts vertilgt – aber 's macht nix – Pole hoch!«
»Hoch Deutschland!« schrie Schreiber – »und«, setzte er hinzu, »welch ein Bett – bis zum Plafond – ein Gebirge von einem Bett.« – »He,« fiel ihm die Hofrätin ins Wort, »wo soll ich denn die fünf Matratze von meine Nichtene sonst hintu als ins Fremdenbett.« – »Nur ein Turner vermag's zu ersteigen«, sagte Schreiber, »ich bin gottlob ein guter Turner.« Er öffnete die Türe, nahm vom Gang aus einen Anlauf und sauste mit einem großen Sprung über den Tisch. – »So geht's«, sagte er. – Wir lachten wie toll.
»Ich hab' der Allerlustigscht«, schrie die Hofrätin, »e herzige Kerle – für den gäb' ich alle meine Nichtene her.«
Schreiber küßte ihr die Hand, worauf die Hofrätin erklärte:
»D' Freiburger sind Stoffel – da beißt kei Maus der Fade ab. Pole hoch!«
Alsdann nannte uns Schreiber Kochana Siostra (liebe Schwester), und wir mußten ihn und Zarembecki Kochany Braciszek (lieber Bruder) nennen.