Noch im Laufe des Tages machten wir aus, daß ich Zarembecki in der deutschen Sprache Unterricht erteile und er mir in der polnischen.
Es kommt mir ganz merkwürdig vor, dieses plötzliche Aufleben nach einer Zeit, die mir so viel der Schmerzen und der Verluste gebracht – vor allem Marias Tod. Du himmlische Erscheinung in meinem Leben, du Heilige jetzt, wohl lebe ich weiter mit dir und spreche mit dir und teile dir mit, was mein Inneres bewegt, aber wie ich auch nach dir rufe und mich sehne, deine liebe Stimme ertönt mir niemals wieder auf Erden … – Dann kam der Abschied von Professor Schmidt. Sein neuer Aufenthalt ist Köln. Er sprach die Worte zu mir: »Soll ich mit dem Gedanken von Ihnen scheiden, daß ein Freigeist Ihr bester Freund ist?«
»Was wollen Sie von mir?« fragte ich.
»Daß Sie mit ihm brechen«, sprach er hart.
Ich schüttelte den Kopf: »So kann ich nicht sein.«
Er sah mich vorwurfsvoll an: »Also Sie brechen lieber mit mir, der ich das Heil Ihrer Seele will?«
Ich sagte: »Ich breche nicht mit Ihnen, und ich breche nicht mit Professor Monz …«
O dieser letzte Besuch – dieses so wenig herzliche Scheiden – Gott allein weiß, wie nah es mir gegangen ist –
Der Freundeskreis wird immer kleiner. Auch die beiden Malchen haben uns verlassen als glückliche, junge Frauen – um so fester schloß ich mich an Lenchen an.