»Nein, nein, nein,« unterbrach er mich, »ich will es nicht glauben und nicht dulden, daß auch Sie zu der unvernünftigen Horde gehören, die sich durch ihre Polenschwärmerei für alle Zeiten lächerlich macht.«

»Polens gerechte Sache«, fiel ich ihm ungestüm ins Wort, »ist die Sache aller menschlich empfindenden Herzen.«

Er legte wie beschwichtigend die Hand auf meinen Arm: »Ich bin nicht gekommen, um mit Ihnen über Polen zu streiten, darüber können wir uns später auseinandersetzen. Jetzt drängt die Zeit. Ich reise morgen nach Stuttgart. Mein Wirken hier ist zu Ende. Es gibt kein Auskommen mehr zwischen mir und meinen Kollegen.«

Er schwieg, sah mich an, und ich fühlte, ahnte plötzlich, was jetzt kommen würde.

»Bevor ich gehe,« sagte er in leisem Tone, »möchte ich eine ernste Frage an Sie richten.«

Abermaliges Schweigen.

In diesem kurzen Augenblick übersah, überlegte und überdachte ich alles – der Eltern Aufatmen – die schwere Last, von der ich sie zu befreien vermochte – ich selber aber – da – ein rettender Gedanke. Du stellst ihn auf die Probe, und wenn er sie besteht – dann, ja dann –

»Sie sind erregt«, flüsterte er.

Und ich: »Immer nach solch einer Nacht.«

»Hatten Sie eine schlechte Nacht?« fragte er wie abwesend.