Abb. 92. Helgoland aus der Vogelperspektive.
Abb. 93. Helgoland, von der Düne gesehen.
(Nach einer Photographie von F. Schensky in Helgoland.)
Für eine direkte Verbindung Amrums mit verschiedenen Stellen der deutschen Nordseeküste während des Sommers ist bestens gesorgt. Dampfer der Nordseelinie vermitteln dieselbe, sowohl von Bremerhaven ab, als auch von Hamburg aus, beide Fahrten über Helgoland. Wer eine allzulange Seefahrt scheut, kann Amrum aber auch von Husum aus erreichen; diese interessantere Reise führt durch die Inselwelt der Halligen hindurch. Noch bequemer aber ist der Weg über Niebüll und Wyk auf Föhr. Die Landungsbrücke für alle Dampfer befindet sich in Wittdün.
Abb. 94. Mönch und Predigtstuhl.
(Nach einer Photographie von F. Schensky in Helgoland.)
Föhr.
Wesentlich anders als der Boden der drei nordfriesischen Inseln, die wir bisher kennen gelernt haben, ist der Untergrund der übrigen, hierher gehörigen Eilande beschaffen. Derselbe besteht nämlich größtenteils aus Marschboden. Föhr macht davon allerdings insofern eine kleine Ausnahme, als dessen südwestlicher Teil, etwa zwei Fünftel des ganzen Areals dieser Insel, hochliegendes Geestland, das übrige aber Marschland ist. Neben Föhr kommen hier in Betracht die Eilande Pellworm und Nordstrand und die zehn Halligen, als Oland, Langeneß-Nordmarsch, Gröde mit Appelland, Habel, Hamburger Hallig, Hooge, Nordstrandisch-Moor, Norderoog, Süderoog, Südfall. Pohnshallig hat seine Eigenschaft als selbständige Insel verloren infolge seiner Verbindung mit Nordstrand durch einen Damm, und ist nur mehr noch als ein Vorland dieses letzten Eilandes zu betrachten. Die südliche Begrenzungslinie dieser ganzen Inselwelt bildet der Hever.
Föhr hat einen Umfang von 37 Kilometer, einen Flächeninhalt von 82 Quadratkilometer und seine Marschen sind durch starke Deiche gegen den Anprall der Nordseewogen geschützt. Im Westen der Insel tritt an die Stelle des gewöhnlichen Deiches ein gewaltiger Steindeich, dessen Gesamtlänge zur Zeit über 3500 Meter beträgt. Zur Verstärkung der Deiche Föhrs, die voraussichtlich im Jahr 1900 beendet sein wird, sind 362000 Mark (als 4. und letzte Rate) in den Staatshaushaltsplan des Königreichs Preußen für 1900 eingestellt worden.