Gleich darauf zerriß er in seiner Wut einfach die Kette, an der der große Wachhund lag.

»Helene! Helene!« schrie er dem Tier zu.

Der Hund machte einen Satz wie ein Löwe, bellte wütend und stürzte so schnell in den Garten hinein, daß der General ihm nicht folgen konnte. In diesem Augenblick erklang der Galopp von Pferden auf der Straße, und der General öffnete selbst in aller Eile.

»Brigadier,« rief er, »schneiden Sie dem Mörder des Herrn de Mauny den Rückweg ab. Sie wollen durch meine Gärten. Schnell, besetzt die Wege nach der Pikardie … ich mache eine Treibjagd durch alles Land, durch alle Gärten und Häuser. – Ihr andern,« sagte er zu seinen Leuten, »bewacht die Straße und besetzt die Strecke von der Barrière bis nach Versailles! Vorwärts, allesamt!«

Er ergriff ein Gewehr, das ihm sein Kammerdiener brachte, eilte in die Gärten und schrie dem Hunde zu:

»Such!«

Aus der Ferne antwortete ihm furchtbares Gebell, und er wandte sich nach der Richtung, aus der das Geheul des Hundes zu kommen schien.

Um sieben Uhr morgens hatten die Nachsuchungen

der Gendarmerie, des Generals, seiner Leute und der Nachbarn noch keinen Erfolg gehabt. Der Hund war nicht wiedergekommen. Erschöpft von der Anstrengung und durch den Gram dieser Nacht rasch gealtert, kehrte der Marquis in den Salon zurück, der für ihn nun verödet war, obgleich seine drei andern Kinder noch da waren.

»Sie sind stets sehr kalt zu Ihrer Tochter gewesen,« sagte er, mit einem Blick auf seine Frau. »Hier ist uns doch etwas von ihr geblieben,« setzte er hinzu, auf den Stickrahmen zeigend, darauf er eine angefangene Blume erblickte. »Eben war sie noch hier – und nun verloren – verloren!«