legte plötzlich der Steuermann durch eine falsche Bewegung des Ruders, die er wahrscheinlich mit Absicht machte, die Brigg quer. Nun von der Seite gefaßt, killten die Segel so heftig, daß sie back braßten. Die Klüverbäume brachen, und das Schiff kam völlig aus dem Kurs. Vor unaussprechlicher Wut wurde der Kapitän weißer als seine Segel. Mit einem Satz sprang er auf den Steuermann zu und stieß so wütend mit dem Dolche nach ihm, daß er denselben wohl verfehlte, doch ihn dabei ins Meer stürzte. Dann packte er selbst das Steuer und versuchte der schrecklichen Zügellosigkeit Herr zu werden, in die sein braves, mutiges Schiff versetzt worden war. Tränen der Verzweiflung traten ihm in die Augen; denn wenn wir durch einen Verrat um einen Erfolg gebracht werden, den unsere Fähigkeiten errungen haben würden, so schmerzt uns das tiefer als selbst ein drohendes Ende. Aber je mehr der Kapitän fluchte, um so weniger glückte ihm sein Vorhaben. Er schoß selbst die Alarmkanone ab, in der Hoffnung, von der Küste aus gehört zu werden.

In diesem Augenblick antwortete der Korsar mit einem Kanonenschuß, dessen Kugel zehn Klafter vom »Sankt Ferdinand« ins Wasser schlug.

»Donnerwetter!« rief der General. »Gut gezielt. Sie haben ausgezeichnete Karonaden.«

»O, der!« antwortete ein Matrose. »Sehen Sie, wenn der spricht, heißt's schweigen. Der Pariser würde sich vor einem englischen Kriegsschiff nicht fürchten.«

»Es ist nichts zu machen,« rief der Kapitän im Tone der Verzweiflung. Er hatte sein Fernrohr ans Auge gesetzt und keine Spur von Land unterscheiden können. »Wir sind noch weiter von Frankreich entfernt, als ich gedacht habe.«

»Warum wollen Sie verzagen?« versetzte der General. »Alle Ihre Passagiere sind Franzosen, und denen gehört die Fracht Ihres Schiffes. Dieser Korsar ist ein Pariser, sagen Sie? Nun wohl, hissen Sie den weißen Wimpel, und …«

»Und er wird uns in den Grund bohren,« antwortete der Kapitän. »Was wird weiter geschehen, da ihm einmal darum zu tun ist, sich einer reichen Beute zu bemächtigen?«

»Ah! wenn er ein Seeräuber ist – –«

»Seeräuber?« rief einer der Matrosen in wildem Tone. »Ha, er tritt immer manierlich auf, und es geht dabei alles ganz ordnungsgemäß her, wie es sich gehört.«

»Nun gut,« rief der General, die Augen zum Himmel aufschlagend, »ergeben wir uns.«