Bei diesen Worten war die Marquise aufgestanden, um an Moinas Bett zu treten.
»Laß sehen,« sagte sie zu ihr und suchte nach der Hand der Tochter.
»O, laß mich, Mutter,« antwortete Moina, »du bist kalt.«
Indem sie so sprach, drehte sie sich schmollend auf dem Kopfkissen herum, aber die Bewegung war trotzdem so anmutig, daß eine Mutter sich nicht wohl dadurch gekränkt fühlen konnte. In diesem Augenblick erscholl in dem Nachbarzimmer ein Klagelaut, so langgezogen und innig, daß ein Frauenherz davon tief gerührt werden mußte.
»Aber wenn du das die ganze Nacht mitangehört
hast, warum hast du mich dann nicht geweckt? Wir hätten – –«
Jetzt unterbrach ein lautes Stöhnen die Marquise, und sie rief:
»Da stirbt jemand.«
Und sie ging rasch hinaus.
»Schicke mir Pauline,« rief Moina, »ich will mich anziehen.«