Herr Graumann blieb, als Flamettis Gast, drei Tage, zur großen Freude des ganzen Ensembles, das er photographierte in allen möglichen und unmöglichen Posen; immer mit dem Pappkarton, den er mit schwarzem Tuch überzogen hatte, und mit dem er furchtbar penibel war. Die Bilder versprach er später zu schicken.

Herr Graumann war ein Original. Ein wenig glich er dem Wurzelsepp
aus der bayrischen Bauernkomödie. Die ganze Schweiz bereiste er als
Photograph. Mit dem Pappkarton. In die entlegensten Dörfer kam er.
Und immer zu Fuß. Auch aus dem Tessin war er zu Fuß gekommen. Wind,
Wetter, Eis und Schnee vermochten ihm wenig anzuhaben. Es war sein
Beruf, zu wandern. Die Geschäfte brachten es mit sich.

Was wußte Herr Graumann für treffliche Schnurren zu erzählen! Manch ernsthaftes Abenteuer und Rencontre mit der Polizei. Unter Plattenreißern war er der yokerste.

"Herr Graumann!" rief Raffaëla taktlos, "Wie riechen Sie schön nach den Kräutern!" und schöpfte mit der Hand von Herrn Graumanns Luft. "Ist wohl Farnkraut?"

Und Lydia: "Sagen Sie, Graumann, tragen die Wanzen auch Fahnenstangen, wenn sie Versammlung haben?"

Und Fred: "Sie, Graumann, wie macht man das: "Graumannol"?"

Denn Herr Graumann hatte in knappen Zeiten ein Mittel erfunden gegen
Insektenstich.

"Man nehme", sprach er, "Urin und Brombeersäure, füge dazu ein
Fünftel Salzwasser, das durch die Kiemen von Klippfisch ging.
Schüttle das Ganze."

Reißend waren sie abgegangen, die dreißig Flaschen von je einem halben Liter à zwei Franken fünfzig, die er an einem sonnigen Mittag in Mußestunden verfertigt hatte am Ufer des Lago Maggiore, und die den Vergleich aushielten mit jedem Salmiakpräparat.

Herr Graumann nahm eine Prise, reichlich mit Glas untermischt, damit es die Schleimhäute redlich beize, und Raffaëla und Lydia drangen ihn, sie zu photographieren zusammen mit Lottely.