Und sie streckte sich auf den Zehenspitzen, umarmte und küßte ihn, und stellte immer wieder ihr eigenes Handtäschchen dabei auf den Boden; denn sie begleitete ihn bis zur Grenze.
Aber Emil war guten Mutes und sagte:
"Herrjott nochmal! Man meent ja, es jeht in die Ewigkeit!"
Er hoffte, draußen schon Kameraden zu finden. Es gab dort gewiß lustige Brüder genug. Tarock spielen würde man sicher auch dort. Als Froschmensch wird es ihm leichter fallen, sich in der Kriegsgymnastik zurechtzufinden. Und es gab Bilder in den "Illustrierten", aus denen hervorging, daß auch da draußen nicht immer nur die Granaten platzten.
Und so reiste er ab.
Man spielte jetzt wieder im "Krokodil". Basel war doch nicht das
Richtige. Man war zur Fuchsweide zurückgekehrt. Warum auch nicht?
Die Polizeibuße war bezahlt. In der Fuchsweide war man zu Hause.
Und wo man zu Hause ist, da soll man sich nähren.
Freilich hatte sich hier in der Zwischenzeit vieles geändert. Es war nicht die alte Fuchsweide mehr. Ein neues Polizeiregiment war aufgekommen. Ein andrer Inspektor. Es wehte ein schärferer Wind.
Die Annehmlichkeiten des "Krokodilen" waren die alten. Das Klavier vorzüglich. Die Heizung brillant. Biermarken im überfluß.
Aber die Polizei hatte heftige Lücken gerissen ins Publikum. Hin war
der mondäne Glanz. Hin war die Freude. Verschwunden die Habitués.
Verschwunden der "Totenkopf" und seine Schwester. Verschwunden
Fräulein Amalie. Verschwunden Herr Pips. Verschwunden der Herr
Krematoriumfritze, der all sein Geld verjuckt und mit der Dame in
Feldgrau ein von der Polizei nicht gern gesehenes Verhältnis auf
Gegenseitigkeit unterhalten hatte.
Dagegen gab es nun in der Fuchsweide ein "Organ": "Die Zündschnur.
Organ gegen die Übergriffe der Polizei und des Kapitalismus",
redigiert von Herrn Dr. Asfalg, einem ehemaligen Freund und
Studiengenossen des derzeitigen Polizeihauptmanns.