Aber dann ging's auch wie am Schnürchen, nach sechs Tagen, und alle waren des Lobes voll und bekamen allmählich Geschmack an der Sache und machten die Bewegungen von selbst; auch bei Tisch, beim Zubettgehen, beim Morgenkaffee; im Hemd und in Unterkleidern. Sangen, pfiffen und trällerten die Musik vor sich hin, die Herr Meyer feinsinnig aufgefaßt hatte und kongenial wiedergab.
Und Flametti studierte solo mit Meyer ein: den Auftritt des
Häuptlings.
Unten in der Musik muß es donnern und blitzen: Brwrr, brwrrrr, worgeln und tremolieren. Dann muß die rechte Hand höherlaufen. Feuerschein kommt von links, späht durch das Kulissenfenster der Bauernstube, drohend, erschrecklich, in hohem, dämonischem Federnschmuck, mit der Lanze. Kommt dann heraus auf die Bühne, vorsichtig, schleichend, verfolgt, den Kopf spähend vorgestreckt, die Halsmuskeln gespannt, den Tomahawk mordbereit. Verschwindet unter Donner und Blitz der Musik in der Kulisse rechts. Es beginnt das eigentliche Ensemble. C-Dur. Andante. Mächtig und breit: Auf dem Kriegspfad:
"Die Letzten von dem Stamm der Delawaren,
Die Kriegerscharen
Der Delawaren…"
Dann haben zu singen die Weiber, mit vorstellender Handbewegung zu
Flametti gewandt:
"Der tapfre Häuptling Feuerschein…"
Und Flametti antwortet mit stolz erhobenem Haupt und gestrafften
Zügen:
"Mit seinen wilden Mägdelein…"
Dann tutti, zum Publikum gewandt mit dargebotener Rechten:
"Entbieten euch die Freundeshand Zum Gruß. Schlagt ein!"