Den Vogel aber schoß Ferrero ab. Unter Zuhilfenahme maßloser Reklame zeigte er an: "Lullu Cruck, König aller Bauchredner! Man lacht, lacht, lacht!"

"Krampf!" lachte Flametti, "Macht er ja selbst."

Flamettis Selbstgefühl erreichte den Gipfel. Und als eines Tages die Zusage des Herrn Fournier eintraf wegen der fünfzig Mann Blechmusik; als Herr Schnabel die Erlaubnis vorzeigte für Freinacht und Tanz; als endlich die Hauptprobe angesetzt werden konnte, da fand er sogar den Mut, dem Rotter die Spitze zu bieten. Und das war gut, denn um ein Haar wäre durch Rotters provozierendes Benehmen noch auf der Hauptprobe alles gescheitert.

Haltlos ironisch, wie es seiner Gemütsart entsprach, kam Herr Rotter am Tage der Hauptprobe an in Lackstiefeletten und Streifenhosen, den Koks keck auf den Kopfwirbel geschoben: Dandy, Genießer und Zyniker.

"Nu man los!" rief er, indem er sich vorn an die Bühne placierte,
Arme und Beine verschränkt, an den Wirtstisch gelehnt.

"Hoch mit die Röcke!" rief er dem vorhangbedienenden Engel zu.

"Wa?" schnodderte er die Kellnerin an, die ihn nach seinen Belieben fragte.

Flametti verstand nicht, wie sich ein Mensch seinem eigenen Geisterprodukt gegenüber so heillos frivol benehmen könne. Ihn schauderte. Doch er versuchte, gute Miene zum bösen Spiel zu machen, und schwieg.

Als aber der Auftritt kam:

"Die Letzten von dem Stamm der Delawaren"—die selbstverfaßte Häuptlingsouvertüre unterdrückte Flametti in einer Anwandlung von Unsicherheit—, als also der Auftritt kam und Herr Rotter in ein prustendes Gelächter ausbrach, und als infolge der höchlichen Laune des Herrn Autors auch die fellgegürteten Weiber auf der Bühne anfingen, die Sache lustig zu finden, da riß Flametti die Geduld.