Crescence. Oder gehen dir die Jungen auf die Nerven?
Hans Karl. Gegen die hab' ich gar nichts. Aber die Sache selber ist mir halt so eine Horreur, weißt du, das Ganze — das Ganze ist so ein unentwirrbarer Knäuel von Mißverständnissen. Ah, diese chronischen Mißverständnisse!
Crescence. Nach allem, was du draußen durchgemacht hast, ist mir das eben unbegreiflich, daß man da nicht abgehärtet ist.
Hans Karl. Crescence, das macht einen ja nicht weniger empfindlich, sondern mehr. Wieso verstehst du das nicht? Mir können über eine Dummheit die Tränen in die Augen kommen — oder es wird mir heiß vor Gêne über eine ganze Kleinigkeit, über eine Nuance, die kein Mensch merkt, oder es passiert mir, daß ich ganz laut sag', was ich mir denk' — das sind doch unmögliche Zuständ', um unter Leut' zu gehen. Ich kann dir gar nicht definieren, aber es ist stärker als ich. Aufrichtig gestanden: ich habe vor zwei Stunden Auftrag gegeben, bei Altenwyls abzusagen. Vielleicht eine andere Soiree, nächstens, aber die nicht.
Crescence. Die nicht. Also warum grad die nicht?
Hans Karl. Es ist stärker als ich, so ganz im allgemeinen.
Crescence. Wenn du sagst, im allgemeinen, so meinst du was Spezielles.
Hans Karl. Nicht die Spur, Crescence.
Crescence. Natürlich. Aha. Also, in diesem Punkt kann ich dich beruhigen.