Helene. Lesen Sie von den Lippen wie die Taubstummen?

Neuhoff (einen Schritt näher). Sie werden mich heiraten, weil Sie meinen Willen spüren in einer willenlosen Welt.

Helene (vor sich). Muß man? Ist es ein Gebot, dem eine Frau sich fügen muß: wenn sie gewählt und gewollt wird?

Neuhoff. Es gibt Wünsche, die nicht weit her sind. Die darf man unter seine schönen rassigen Füße treten. Der meine ist weit her. Er ist gewandert um die halbe Welt. Hier fand er sein Ziel. Sie wurden gefunden, Helene Altenwyl, vom stärksten Willen, auf dem weitesten Umweg, in der kraftlosesten aller Welten.

Helene. Ich bin aus ihr und bin nicht kraftlos.

Neuhoff. Ihr habt dem schönen Schein alles geopfert, auch die Kraft. Wir, dort in unserm nordischen Winkel, wo uns die Jahrhunderte vergessen, wir haben die Kraft behalten. So stehen wir gleich zu gleich und doch ungleich zu ungleich, und aus dieser Ungleichheit ist mir mein Recht über Sie erwachsen.

Helene. Ihr Recht?

Neuhoff. Das Recht des geistig Stärksten über die Frau, die er zu vergeistigen vermag.

Helene. Ich mag nicht diese mystischen Redensarten.