Hechingen. Wie denn? Wie soll ich mir diese Worte erklären?

Hans Karl. Mein guter Ado, bitt' mir im Moment diese Erklärung und jede Erklärung zu erlassen. Ich bitt' dich, gehen wir da hinüber, es kommt da etwas auf mich zu, dem ich mich heute nicht mehr gewachsen fühle.

Hechingen. Was denn, was denn?

Hans Karl. Dort in der Tür, dort hinter mir!

Hechingen (sieht hin). Es ist doch nur unser Hausherr, der Poldo Altenwyl —

Hans Karl. — der diesen letzten Moment seiner Soiree für den gegebenen Augenblick hält, um sich an mich in einer gräßlichen Absicht heranzupirschen; denn für was geht man denn auf eine Soiree, als daß einen jeder Mensch mit dem, was ihm gerade wichtig erscheint, in der erbarmungslosesten Weise über den Hals kommt!

Hechingen. Ich begreif' nicht —

Hans Karl. Daß ich in der übermorgigen Herrenhaussitzung mein Debüt als Redner feiern soll. Diese scharmante Mission hat er von unserm Klub übernommen, und weil ich ihnen im Kasino und überall aus dem Weg geh', so lauert er hier in seinem Haus auf die Sekunde, wo ich unbeschützt dasteh'! Ich bitt' dich, sprich recht lebhaft mit mir, so ein bissel agitiert, wie wenn wir etwas Wichtiges zu erledigen hätten.

Hechingen. Und du willst wieder refüsieren?

Hans Karl. Ich soll aufstehen und eine Rede halten, über Völkerversöhnung und über das Zusammenleben der Nationen — ich, ein Mensch, der durchdrungen ist von einer Sache auf der Welt: daß es unmöglich ist, den Mund aufzumachen, ohne die heillosesten Konfusionen anzurichten! Aber lieber leg' ich doch die erbliche Mitgliedschaft nieder und verkriech' mich zeitlebens in eine Uhuhütten. Ich sollte einen Schwall von Worten in den Mund nehmen, von denen mir jedes einzelne geradezu indezent erscheint!