Hechingen. Das ist ein bisserl ein starker Ausdruck.
Hans Karl (sehr heftig, ohne sehr laut zu sein). Aber alles, was man ausspricht, ist indezent. Das simple Faktum, daß man etwas ausspricht, ist indezent. Und wenn man es genau nimmt, mein guter Ado, aber die Menschen nehmen eben nichts auf der Welt genau, liegt doch geradezu etwas Unverschämtes darin, daß man sich heranwagt, gewisse Dinge überhaupt zu erleben! Um gewisse Dinge zu erleben und sich dabei nicht indezent zu finden, dazu gehört ja eine so rasende Verliebtheit in sich selbst und ein Grad von Verblendung, den man vielleicht als erwachsener Mensch im innersten Winkel in sich tragen, aber niemals sich eingestehen kann! (Sieht nach rechts.) Er ist weg. (Will fort.)
Altenwyl (ist nicht mehr sichtbar).
Crescence (tritt auf Kari zu.) So echappier er doch nicht! Jetzt muß er sich doch mit dem Stani über das Ganze aussprechen.
Hans Karl (sieht sie an).
Crescence. Aber er wird doch den Buben nicht so stehen lassen! Der Bub' beweist ja in der ganzen Sache eine Abnegation, eine Selbstüberwindung, über die ich geradezu starr bin. Er wird ihm doch ein Wort sagen. (Sie winkt Stani, näherzutreten.)
Stani (tritt einen Schritt näher).
Hans Karl. Gut, auch das noch. Aber es ist die letzte Soiree, auf der sie mich erscheinen sieht. (Zu Stani, indem er auf ihn zutritt). Es war verfehlt, mein lieber Stani, meiner Suada etwas anzuvertrauen (reicht ihm die Hand).
Crescence. So umarm' er doch den Buben! Der Bub' hat ja doch in dieser Geschichte eine Tenue bewiesen, die ohnegleichen ist.
Hans Karl (sieht vor sich hin, etwas abwesend).