Hans Karl. Wollen wir uns nicht setzen? (Führt sie zu den Fauteuils.)

Antoinette. Ich bin halt nicht schlau. Wenn man nicht raffiniert ist, dann hat man nicht die Kraft, einen Menschen zu halten, wie Sie einer sind. Denn Sie sind ein Genre mit Ihrem Vetter Stani. Das möchte ich Ihnen sagen, damit Sie es wissen. Ich kenn' euch. Monströs selbstsüchtig und grenzenlos unzart. (Nach einer kleinen Pause.) So sagen Sie doch was!

Hans Karl. Wenn Sie erlauben würden, so möchte ich versuchen, Sie an damals zu erinnern —

Antoinette. Ah, ich lass' mich nicht malträtieren. — Auch nicht von jemandem, der mir früher einmal nicht gleichgültig war.

Hans Karl. Sie waren damals, ich meine vor zwei Jahren, Ihrem Mann momentan entfremdet. Sie waren in der großen Gefahr, in die Hände von einem Unwürdigen zu fallen. Da ist jemand gekommen — der war — zufällig ich. Ich wollte Sie — beruhigen — das war mein einziger Gedanke — Sie der Gefahr entziehen — von der ich Sie bedroht gewußt — oder gespürt hab'. Das war eine Verkettung von Zufällen — eine Ungeschicklichkeit — ich weiß nicht, wie ich es nennen soll —

Antoinette. Diese paar Tage damals in der Grünleiten sind das einzige wirklich Schöne in meinem ganzen Leben. Die lass' ich nicht — die Erinnerung, daran lass' ich mir nicht heruntersetzen. (Steht auf.)

Hans Karl (leise). Aber ich hab' ja alles so lieb. Es war ja so schön.

Antoinette (setzt sich mit einem ängstlichen Blick auf ihn.)

Hans Karl. Es war ja so schön!

Antoinette. »Das war zufällig ich.« Damit wollen Sie mich insultieren. Sie sind draußen zynisch geworden. Ein zynischer Mensch, das ist das richtige Wort. Sie haben die Nuance verloren für das Mögliche und das Unmögliche. Wie haben Sie gesagt? Es war eine »Ungeschicklichkeit« von Ihnen? Sie insultieren mich ja in einem fort.