Und doch war es ihr, als hätte sie auf dieser harten Schwelle sitzenbleiben mögen — um zu weinen und zu denken ...
Still gingen sie. Zwei Gedrückte — Mutlose ...
Der Mann litt unter einem Zwiespalt der Empfindung, der ihm ungeheuerlich war.
Eine Art Scham wollte aufkommen darüber, daß er sie aus seinen Armen gelassen — daß er sich ihr nicht als der Mann bewährt habe, der für den Kuß der Geliebten einer Welt trotzt ... Der Besonnenheit hat, anstatt sich mit ihr in den Tod zu stürzen ...
Und doch, zugleich auch begann eine stolze Genugtuung ihn zu erfüllen ... Unversehrt war seine Ehre aus dieser schwülen Stunde hervorgegangen ...
Er hatte den fernen Mann nicht beleidigt ... diesen Mann, vor dessen Angesicht er nicht augenblicklich hätte treten können, um ihm Genugtuung zu geben ...
Diese unbezwingliche Leidenschaft, die schweren Kampf in sein bis dahin so wohlgeordnetes Leben gebracht, war nicht sein Verderben geworden ...
Die geliebte Frau, die er sich zu erringen, der er einst seinen Namen zu geben hoffte, würde gleich ihm eines Tages dankbar und befreit an den Augenblick der Gefahr zurückdenken ...
Aus dieser Empfindung heraus stand er einmal still, ergriff Juttas Hand und küßte sie in scheuer Liebe ... voll Respekt ...
Sie sahen sich an ... Tief und schmerzlich.