„Nein.“

Herbert dachte: er wundert sich über alles; Ärzte sind gewohnt, daß Angehörige von Patienten sie gleich mit laienhaft erzählten Symptomen überfallen; es muß ihm erstaunlich sein, daß ich nichts zu sagen weiß.

Und plötzlich teilte er mit: „Das Kind hatte starkes Erbrechen in der Nacht.“

„So ... wir werden sehen.“

„Er wird sehen, daß die Mutter eine junge, schöne Frau ist — daß ich nicht unbefangen ihr Zimmer betreten darf — daß ich ihr vor der Welt ziemlich fernstehe. — Er wird vielleicht denken, daß ...“

Vielleicht dachte der Professor nichts. Hatte gar kein Nachdenken übrig für die Umwelt des kleinen Patienten, war nur gespannt auf diesen selbst.

Aber das unselige Gefühl, daß in seinem Eintreten für Jutta etwas sie Bloßstellendes läge, bedrängte Herbert plötzlich stark.

Er hatte die Empfindung, als müsse er diesem fremden Mann Erklärendes und Entschuldigendes sagen.

Und das verletzte seinen Stolz — seine ganze hochmütige Unantastbarkeit war dahin ... er litt schon durch ein „Vielleicht“.

Nachher hatte er die große Aufreizung der Spannung. Ihm schien natürlich, als bleibe der Professor eine ungewöhnlich lange Zeit oben in dem Krankenzimmer.