Die Mühlräder dieser Gesprächigkeit sausten lange und monoton. Und schließlich bekam Herbert sogar ein Gefühl von matter Dankbarkeit. Der breitschultrige Mann, der sich und seine Mitteilungen für wichtig hielt, hatte ihm über eine Stunde fortgeholfen durch die beruhigende Macht, die allem Gewöhnlichen zuweilen eigen sein kann.
Dann konnte er auch schon zum Bahnhof fahren.
Kaum aber hatte er den Professor aus dem Häuflein der Aussteigenden herausgesondert — die Männer fanden sich an dem Gebaren von Suchenden, das sie beide unwillkürlich annahmen — kaum saß er mit ihm im Wagen, so gab es ein knappes Gespräch, das Herbert qualvoll war.
Professor Lequint nahm seinen runden, weichen Filzhut ab, strich sich mit der Hand durch sein dickes, schwarzes Haar, das ihm in die Stirn fiel, und fragte: „Sie hatten schon einen Arzt aus Territet zu Ihrem Kind berufen?“
„Es ist nicht mein Kind.“
„Ah —“
„Die Mutter des Kindes ist mir befreundet — verwandt.“
„Es ist ein kleines Kind?“
„Vier Monate.“
„Ah ... Warum reiste die Dame mit einem so kleinen Kind? Oder ist die Mutter leidend?“