Ach, in der Heimat wäre es vielleicht gar nicht krank geworden ...

Lisbeth Rosenfeld fiel ihr ein. Hatte nicht sogar die lustige, unbesorgt durchs Leben trällernde Lisbeth so etwas wie einen warnenden Ton in der Stimme gehabt, als sie damals fragte: mit einem so kleinen Kind willst du reisen? ...

Nun aber kamen ruhigere Gedanken: es war ein Unglück, das daheim ebenso plötzlich hätte hereinbrechen können.

Dieser sympathische Professor mit seinem sicheren Wesen und tiefernsten Blick, der beruhigenden Stimme und dem festen Händedruck, der würde helfen ...

Gestern abend noch und immer wieder in der Nacht hatte sie die arme Martha mit Fragen gefoltert. Und Martha weinte und sagte: sie wolle lieber selbst sterben, damit das Kind am Leben bleibe, wenn die gnädige Frau dächte, sie habe ein Versehen gemacht. Nein, beschwören konnte sie es: sie hatte die von der gnädigen Frau selbst im Apparat sterilisierten Flaschen jedesmal unter Thermometerkontrolle erwärmt.

Und endlich ließ Jutta von ihr ab. Sie wußte es auch im Grunde ganz bestimmt: eine Nachlässigkeit war ausgeschlossen ...

Es war eben ein Verhängnis. Man würde die Ursache nicht feststellen. Vielleicht war trotz allen Sterilisierens doch ein Giftstoff in der Milch gewesen.

„Und ich war fort unterdes — war mit — ihm.“

Das kam immer wieder. Schloß jede Grübelei ab.

Das Kind war nicht unter ihren eigenen Händen erkrankt ... Sie, ja sie ging indessen Hand in Hand mit dem geliebten Mann ...