So kamen sie heran. Eine düstere Schar, schon jetzt in ihrem friedlichen Tun furchtbar anzusehen — eine Verkörperung von Krieg und Tod — die Phantasie anreizend, so daß man sich wie von selbst diese niedrigen, schwarzen Gesellen vorstellen mußte, wenn sie nachts, von schäumenden Fluten überstürzt, in heulendem Sturm, mit verlöschendem Feuer, den Scheinwerfern des Feindes zu entgehen trachteten — oder sich an ihn heranzuschleichen suchten — selbst des Untergangs gewiß, den sie dem Gegner zu bringen die Selbstaufopferung haben sollten. Kraft, die selbst sterben muß, wenn sie Tod bringt ...

Von dieser ruhevoll vorwärts dampfenden schwarzen Schar ging eine Majestät des Mutes aus, die alle Zuschauer, ohne daß sie wußten warum, verstummen ließ.

Sie suchte den Hafen auf. Die Reede konnte ihr keinen Ankerplatz geben. Sie kannte jenseits der Molen nur eins: Bewegung. —

Und andere Erscheinungen traten aus der Felsenkulisse hervor, als hätten sie dort gewartet, um ihre stolze Wirkung, ungeschmälert durch die kleine, rasche Heldenschar, ganz allein zu genießen.

Groß und grau, in der Langsamkeit von einer stillen und bezwingenden Gewalt, glitten die großen Kriegsschiffe über das blaue Wasser. Ungeheuer voll Grazie. Ruhevoll stieg der feine Dampf aus ihren grauen Essen. In der Takelage ihrer Signalmasten war ein emsiges Huschen von Farbenflecken. Da stiegen und sanken und hißten und tippten allerlei kleine Flaggen, und einige von ihnen blieben hängen, in einer geheimnisvollen Anordnung — beredt für die, die ihre Sprache verstanden — stumme Befehlshaber, die blinden Gehorsam forderten.

Vor dem goldenen Grunde des Abendhimmels kamen die Schiffe, wunderbare Symbole der Macht, in schweigendem Stolz — unnahbar, seltsam abgesondert von der Erde und der atemlos staunenden Menge auf ihr — und doch in der unerklärlichsten Nähe mit ihr verbunden — von einer in jeder Brust aufjauchzenden heißen Liebe begrüßt ... „Unsere Flotte“ ...

Die huschenden Farbenflecke hatten alle ihre Befehle über das auch in Keilformation fahrende Geschwader hin verbreitet. Nun änderte sich die Bewegung. Einige der Schiffe lagen still — andere glitten noch weiter — in einer Stellung zueinander, deren Ordnung und tiefer Sinn den Zuschauenden verborgen blieb, kamen sie endlich alle zur Ruhe.

Und nun lagen sie da, eine undurchdringliche, in sich abgeschlossene Welt.

Aber nicht lange, und es schien, als entstehe ein eiliges Hin und Her zwischen dem Land und dem Geschwader.

Während der goldene Glanz im Westen erlosch, nahm das Meer eine graue, ernste Farbe an; das Heranrauschen der Wogen war kein heiteres Spiel mehr, sondern eine Musik voll Schwermut. Der Himmel entfärbte sich und bekam eine matte Zinnfarbe.