Er kam näher. Er sah, wie ihre Schultern zuckten.
Er ahnte: Einen kurzen, furchtbaren, blitzgleichen Moment lang hatte sie gedacht: Malte!
Sie sahen sich ja ein wenig ähnlich! Und überreizte Nerven — von Nachtwachen übermüdete Augen — Gedanken, die vielleicht beständig und schwer mit dem Bild des fernen Mannes rangen — — wie sind die vorbereitet, vor Phantomen sich zu entsetzen ...
Er ging leise an sie heran.
Aber sie sammelte sich schon. Nahm sich in trotzigem Vorsatz zusammen ...
Erhob sich.
„Sie sind es — Sie!“ sprach sie.
Und dann, um sich selbst zu beweisen, daß seine plötzliche Erscheinung doch das Selbstverständlichste von der Welt sei, fügte sie hinzu: „Ach ja — Sie ... Es hieß schon immer, daß Sie Renate besuchen wollten.“
Er küßte ihr die Hand. Vor Erschütterung konnte er sich nicht gleich fassen.
Was für eine schmale, magere, kleine Hand war das geworden.