Sie hätte ihm ja um den Hals fallen mögen und weinen und betteln: „Verzeih’ mir — —“
Ihr Vater hatte in schwerem Kummer zu ihr gesprochen ... von all den Zweifeln und Sorgen, die ihre Briefe in ihm wachgerufen ...
Nun wollte sie ihm zuschwören: „Ich liebe dich doch! Ich will ja alles auf mich nehmen. Alle Prüfungen, allen Gram — nur verlaß mich nicht — niemals will ich dir wieder weh tun — still in mir stark zu werden suchen — nur verlaß mich nicht ...“
Aber sie fühlte: das darf ich nicht!
„Ja,“ stotterte sie, „ich bin es ... ich warte auf Papa. Er bleibt so lange ...“
Und sie wußte kaum noch Haltung zu bewahren in dem schmerzlichen Erstaunen, daß er sie nicht in seine Arme nahm ...
Sie hatten sich doch wochenlang nicht gesehen?
War sie denn nicht mehr seine Braut? War alles zu Ende?
„Das Kind ist tot,“ sagte er.
„O mein Gott.“