Und alle horchten diesen dunkeln Wehlauten nach. Sie hatten etwas Menschliches — trotz der mißtönigen Kraft ihres Schalles. Abschied, schrieen sie, Abschied.
Zugleich rührte sich das Schiff — ganz behutsam. —
Vorn, neben seinem Bug, hatte sich der grüne, plumpe, kleine Lotsendampfer angeseilt ... Der führte nun wie eine dicke, kleine, sorgliche Mutter den großen Adoptivsohn durch das Gewühl ...
Und oben vom Promenadendeck schwollen kräftige, metallische Töne, kriegerisch in ihrer Klangfarbe, ruhevoll in ihrem Rhythmus.
„Deutschland, Deutschland über alles ...“ Tücher wehten — flatternde Grüße — zum letzten Lebewohl ...
Die einsame Frau stand unbeweglich. Aber es war ihnen, die ihr mit nassen Augen nachsahen — als grüße ein letzter Blick der Liebe und der Dankbarkeit sie ...
Langsam glitt das Schiff weiter ... Das grüne Wasser des Hafens spielte an seinen weißen Planken entlang ...
Schwächer wurde der zitternde Klang der Blechmusik — man konnte die Melodie nicht mehr erkennen.
Und doch lag sie Emmich noch als Nachhall im Ohr.
„Deutschland — Deutschland über alles.“