Er stand vor Jutta still.

„Wenn ich mich wie ein Pudel betragen habe und in bemerkbaren Sprüngen Sie umkreiste mit lautem Wauwau, dann verzeihen Sie’s mir. Was? Ja? Denn Sie wissen es von selbst: die Meinung war gut. Ich wollte nicht bewachen. Trösten wollte ich und helfen. Jawohl.“

Jutta sah ihn an, frei und kühn. Seine Art hatte ihr alle Unbefangenheit zurückgegeben. Und sie gewann nun den Mut, wissen zu wollen ... War er wirklich nur so ein harmloser, treuherziger Wächter gewesen? Sah er wirklich nicht, daß da eine Gefahr heranschlich?

„Ich selbst, ich allein kann mit ihr fertig werden,“ dachte sie hochfahrend, „ich brauche keinen Aufseher.“

In ihr lag eine Welt von Kraft, von Leidenschaft, von Gedanken ganz brach. Die große Sehnsucht, die in ihr war, die Sehnsucht nach dem Leben, lechzte nach Ereignissen ...

Nicht andere, nicht die besten Freunde sollten für sie wachen und handeln ...

Er hielt ihrem Blick stand. Gut und offen sah er sie an, und endlich ging eine große Heiterkeit in seinem Gesicht auf.

Er hielt ihr die Hand hin. Und Jutta, zu ihrer eigenen Überraschung, in plötzlicher Aufwallung von seinem humorvollen Wesen bezwungen, schlug ein.

„Na, sehen Sie wohl!“ sagte er. „Und denn überhaupt ... wo ja nun bald all das Sehnen und Grämen ein Ende hat!“

„Wieso?“