»Na,« lachte Edith, »also grad’ so ’n Mädchen, wie ich bin.«

Und alle lachten mit.

Klara hatte ein Gefühl: wie tut das wohl, all diese Banalitäten – es schien so zu beweisen, daß nichts aus den Fugen sei. Und sie sagte, daß sie gelegentlich auch mitsegeln werde, in der Regel freilich sei sie durch ihr Kind und ihren Schwiegervater gebunden. Und sie horchte dem Klang ihrer Stimme nach, und er war ihr wie ein fremder Ton.

Sie fühlte: das große, sprechende Auge sah an ihr vorbei. Und sie hätte nicht gewagt, seinen Blick zu suchen.

Welche qualvolle Unerklärlichkeit – was stand denn zwischen ihr und ihm? Sprach sie nicht oft heiteren Gemütes mit ihrem Schwiegervater von diesem Mann – gerade ihn vor allen preisend und glücklich dem Lobe horchend, das der alte Herr für ihn hatte?

Und wenn sie dann mit ihm zusammen war, brannte in ihrer Brust diese nervöse Angst? Der Entschluß wallte in ihr auf: ihn nicht mehr sehen ...

Und ihr war, als müsse sie schon jetzt auf der Stelle fliehen.

Sie sprach etwas undeutlich davon, daß es die Zeit sei, wo sie dem Schwiegervater Gute Nacht sagen müsse ... er zog sich ja immer früh zurück ... Sie lief, als peitsche sie wer. Und kam atemlos im Hause an und fuhr hinauf.

Der alte Herr war still. Nicht müde – aber als sei er satt vom Tage. Er mochte gern noch einsam bedenken, wie reich er nun geworden.

Da kam die junge Frau.