Da war auch schon Luise und hing an ihres Vaters Hals, und Brelow stand bleich vor freudigem Schreck.
»Bitte, bitte,« wehrte der Generaldirektor lächelnd ab, »es ist keine Mitgift! – Ich bin und bleibe ein Mann von Wort – schon allein, um dem dicken Pankow nicht den Triumph zu gönnen – durchaus: keine Mitgift! – Bloß Hochzeitsgeschenk.«
Aber als nachher das Brautpaar etwas steif und von der neuen Lage innerlich sehr glücklich bedrängt, jedoch äußerlich verlegen die Glückwünsche der Gesellschaft empfing, hatte Herr von Pankow doch sein Pläsier.
Er stieß mit dem Zeigefinger mehrere Löcher in die Luft, in der Richtung auf des Generaldirektors Weste zu, und lachte: »Was diese Eisenbarone kokett sind! – Ich wollte unserem Freunde Thürauf schon ’n Platz im Pankower Männerarmenhaus reservieren ... Na und nu hat es sich doch so zusammengeläppert, daß Fräulein Luise ’n kleines Rittergut zur Hochzeit kriegt. Hören Se mal, Thürauf: nehmen Se mir Pankow ab und geben Se mir Ihren Posten.«
Und still bei sich dachte der dicke, joviale Mann: »Brelow hat’s natürlich gewußt, daß es Schwindel war mit dem Gerede von: keine Mitgift und so ...«
Klara umarmte die vor Glück ganz unsichere Braut. Und dachte immerfort: »Sie lieben sich – sie lieben sich! ...«
Und es schien ihr ein Wunder, daß zwei aus Liebe sich zusammenfinden durften. – –
Von nun an sah man jeden Nachmittag die weiße Jacht mit den gelbbleichen Seidensegeln und der flinken Mannschaft in den krebsroten Sweatern die Trave hinabkreuzen, durchs Wyk, an Travemünde vorbei, hinaus in die freie Bucht, wo am Horizont sich Himmel und Meer trafen. Bei Flaute schleppte das Motorboot seinen koketten Bojennachbarn weit hinaus.
Der Geheimrat sah es mit Staunen, daß der Juniorchef Wynfried Severin Lohmann jeden Nachmittag die Zeit dazu hatte ... Und er sah auch, daß sein Sohn in der frischen Seeluft, dem köstlichen Sport, geradezu in erneuter Mannesschönheit aufblühte.
Er sprach mit Thürauf. Und der Generaldirektor gestand, daß Wynfried mit einer genialen Leichtigkeit und Raschheit arbeite, die denn doch das väterliche Erbe sei. Ja, es gehe ihm alles noch flotter von der Hand – als schüttle er es nur so aus dem Ärmel. Bei Beratungen traf er rasch den Kern der Dinge, auf die es ankam.