Was konnte sein Vaterherz mehr erfreuen! Und dennoch – ihm schien, als halte Thürauf irgend etwas zurück – das war sonst nicht seine Art.
Er sprach auch mit Wynfried selbst.
Der lachte.
»Vater, du bist doch kein Programmensch. Auch die Art des Arbeitens ist was Individuelles. Weißt du, mir hat immer der große Gelehrte imponiert – Robert Koch soll’s gewesen sein – der sich sein Leben so einteilte: acht Stunden Arbeit, acht Stunden Schlaf, acht Stunden Vergnügen. Kann man seine vierundzwanzig Stunden klüger einteilen?«
»Gewiß nicht,« gab der Geheimrat zu; und mahnte sich in Gedanken: »Gerecht bleiben!«
Weil sein eigenes Leben das eines Stiers im Joche gewesen war, brauchte seines Sohnes Dasein nicht ein ebenso brutales, unaufhörliches Ringen mit der Arbeit zu sein. Und sein Sohn hatte ja auch eine liebe, holde Frau – ein Glück in der Ehe – das hatte er doch?
Dem alten Mann war seit einiger Zeit der Ausdruck in den strengen Zügen dieser jungen Frau so rätselhaft.
Was am Tauftage ihm zuerst so bänglich aufgefallen, dieser Zug von Abspannung, der fast nach verborgenem Leid aussah, der schien so tief eingezeichnet, daß er nie mehr wich.
So sieht das Glück nicht aus ...
Er nahm sich zusammen, hörte zu, was sein Sohn in fröhlich flottem Ton weitersprach.