»Ja, das Interesse an Severin Lohmann hat meine famose, großartige Frau in mir geweckt.«

Klara lächelte freundlich.

Im Ohr des alten Herrn weckte dies Lob einen Nachhall. Hatte er es nicht schon oft und oft gehört? Immer dies Rühmen der »famosen, großartigen« Frau? Hatte seines Sohnes Empfindung keine Auswahl an Worten?

Fort – fort – Gespenster – Grübeleien – fort ...

Klara war sacht hinausgegangen und kam nun mit dem Kinde zurück.

»Na, du kleines Kerlchen,« sagte Wynfried und sah, auch aus Gefälligkeit gegen Klara, das Kind an. Es entwickelte sich so kräftig, es war so wundervoll gepflegt, daß man sich daran freuen mußte. Und es gewährte Wynfried auch Genugtuung, daß alle Menschen, die es sahen, es bewunderten.

Der alte Mann fuhr beinahe zusammen – da war wieder ein Nachhall – aber er kam von weit her – aus Zeitfernen.

War das nicht eben die Stimme oder doch der Tonfall seiner Frau gewesen? Sagte sie nicht geradeso »na, du kleines Kerlchen«, wenn die Wärterin ihr einmal den kleinen Wynfried zeigte?

O, dieser Tonfall – durch den alles zur oberflächlichsten Nichtigkeit zu werden schien – in dem kein Klang von tiefem Gefühl mitschwang.

In seinem Gemüt gärten die neu erwachenden Sorgen so schwer, daß er sie nicht ganz vor seinem Kinde verhehlen konnte. »Sein Kind« – das war ja die junge Frau. –