»Ach Marning! – Ich glaub’, der retiriert vor Baronin Agathe,« meinte das rothaarige Mädchen.
»Wie ist sie unzart ...« dachte Klara.
»Na – nu los. Und ängstige dich nicht – wenn gegen Abend Flaute kommt – es kann spät werden ...«
Er und Edith saßen im Beiboot, und er trieb es mit ein paar sicheren Ruderschlägen bordseit der »Klara«. Die hatte schon ihr Fallreep mit den drei Stufen herabgelassen, und eins, zwei, drei waren die beiden an Deck der Jacht, wo die flinken Kerls in den krebsroten Sweatern und den weißen Hosen in Reih und Glied standen und ihren Herrn militärisch salutierten.
Das Motorboot stieß einen grellen Pfiff aus, und seine Maschine begann zu stoßen und zu klopfen. Der leichte, braune Mahagonileib glitt stromab. Die Trossen strafften sich, und wie ein großer Sohn der kleinen Mutter, so folgte die weiße Jacht der Führung. Großsegel und Schunersegel waren noch gerefft.
Wynfried und Edith standen am Großmast und winkten Grüße hinüber, bis Klara langsam wieder treppan und zum Hause emporstieg.
»Ihre Frau hat sich aber wirklich verändert,« sagte Edith.
»Kann ich nicht finden. Höchstens vielleicht, daß sie oft ermüdet aussieht – sowie der Junge nachts sich rührt, steht sie ja auf – die Amme sei nicht verläßlich.«
»O Gott – und der Schlummer Ihrer Nächte!« sagte Edith mit komischem Pathos.
»Hab’ mich einstweilen aus diesem Bereich zurückgezogen und mein altes Quartier oben genommen – bin sehr stolz auf meinen Sohn – auf sein nächtliches Geschrei leg’ ich aber keinen Wert.«